Berlin, Berlin

Am Puls einer Haupstadt

Diesen Sommer erwartete Berlin eine echte Invasion von UCM-Studenten. Aber mit Invasionen kennt sich die deutsche Hauptstadt ja aus. Und während die Vorhut schon seit einigen Wochen die Stellung hält, kam der größte Teil der Verstärkung erst in den letzten Tagen. Tapfer schlugen wir uns durch eine dreistündige Stadttour, ließen uns auch durch Sonnenbrand und wunde Füße nicht entmutigen und folgten den Spuren früherer Invasoren durch Berlins bewegte Geschichte.

Das Brandenburger Tor, welches so lange Hauptschauplatz des Kalten Krieges war, wird nun von Touristen belagert und Zankapfel ist heute nicht mehr die Grenze zwischen Ost und West, sondern die beste Position für ein Urlaubsfoto.

Doch es gibt auch Orte, an denen solche Streitigkeiten in den Hintergrund treten und echte Geschichtsaufarbeitung stattfindet.

Man kann über das Holocaust-Denkmal mit dem Labyrinth aus grauen Betonblöcken denken was man möchte; es ist auf jeden Fall nicht zu übersehen. Mitten im Herzen von Berlin wird so ziemlich jeder Tourist früher oder später damit konfrontiert.

Da nirgendwo eine Informationstafel angebracht ist, wurde vermieden, dass die Gedenkstätte zu einem Ort plakativer pseudo-Betroffenheit wird. Und wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, kann es sogar vorkommen, dass man das Lachen von Kindern hört, die zwischen den Stelen verstecken spielen. Aber auch nur solange, bis peinlich berührte Eltern eingreifen und ihre Zöglinge ermahnen, sich doch “angemessen” zu benehmen. Was das im Angesicht von ca. 6 Mio. ermodeter Juden bedeutet, wüssten sie beim näheren Überlegen aber vermutlich auch nicht. Und so spiegelt das Denkmal eine Zeit wieder, mit der sich die Menschen auseinander setzen müssen und bleibt, ähnlich wie die Ereignisse zu deren Gedenken es aufgestellt wurde, irgendwie unfassbar.

Von einer ganz anderen Zeit erzählt die Nationalgalerie auf der Museums-Insel. Malereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert und Skulpturen zeigen Strömungen in der deutschen und europäischen Kunstgeschichte. Wie viele andere Museen beherbergt die Berliner Nationalgalerie nicht nur die Werke großer Künstler, sondern ist auch selbst ein architektonisches Kunstwerk.

 

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